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v.l.n.r. Rainer Schmidtmayer, Reinhard Draxler, Eva Tatschl-Unterberger, Michael Marketz und Martin Reiner

Kärnten Netz erneuert das 110-kV-Netz in Mittelkärnten

04 | August 2023
Die Kärnten Netz hat mit den Arbeiten zur Erneuerung des 110-kV-Netzes in Mittelkärnten begonnen, mit dem Ziel, das 110-kV-Netz in diesem Raum für die zukünftigen Herausforderungen fit zu machen.

Ein leistungsfähiges 110-kV-Netz ist eine wichtige Voraussetzung für die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Mittelkärnten, für die Integration von zusätzlicher Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie in das Gesamtsystem und für das Gelingen der Energiewende. Die bestehende 110-kV-Leitungsverbindung von St. Veit an der Glan über das Krappfeld nach Althofen und weiter nach Wietersdorf und Brückl im Görtschitztal muss erneuert werden. Für dieses Projekt hat die Kärnten Netz mit den Planungsarbeiten begonnen. Bereits in Bau ist das neue Umspannwerk der Kärnten Netz in Treibach. 

 

100 Millionen Euro für die sichere Stromversorgung in den nächsten Jahrzehnten
„Die neue, leistungsstarke 110-kV-Leitungsverbindung in Mittelkärnten und die Erneuerung des Umspannwerkes Treibach sind notwendig, um den Raum Mittelkärnten auch in den kommenden Jahrzehnten ausreichend und sicher mit Strom zu versorgen, betont Reinhard Draxler, Vorstand der Kelag. „Der Lebens- und Wirtschaftsraum Mittelkärnten entwickelt sich dynamisch weiter. Unternehmen wachsen und setzen verstärkt auf erneuerbare Energie, ebenso private Haushalte. Das bedeutet in vielen Fällen einen höheren Strombedarf, zum Beispiel für Wärmepumpen und E-Autos. Gleichzeitig wird immer mehr Strom aus erneuerbarer Energie, wie zum Beispiel Photovoltaik, in das Netz eingespeist. Die Energiewende wird sichtbar und nimmt an Fahrt auf, das Netz muss hier schritthalten. Deshalb hat die Kärnten Netz mit den Vorarbeiten für die Erneuerung und Verstärkung der 110-kV-Infrastruktur in Mittelkärnten begonnen, rund 100 Millionen Euro werden wir in Summe in dieses große Vorhaben investieren“, erklärt Draxler.

 

Neubau des Umspannwerkes Treibach
Bereits im Februar 2023 hat die Kärnten Netz mit dem Neubau des Umspannwerkes Treibach begonnen, es wird noch heuer in Betrieb gehen. „In das neue Umspannwerk Treibach investieren wir rund 20 Millionen Euro. Wir errichten die Anlage auf einem neuen Standort im Süden von Althofen“, sagt Eva Tatschl-Unterberger, Geschäftsführerin der Kärnten Netz. In das neue Umspannwerk werden die drei bestehenden 110-kV-Leitungen eingebunden, vier 110/20-kV-Trafos werden hier installiert. „Unsere Bauarbeiten liegen im Zeitplan, derzeit installieren wir die größte 20-kV-Schaltanlage in unserem Netz, mit insgesamt 34 20-kV-Zellen. Im neuen Betriebsgebäude ist Platz für 6 weitere 20-kV-Zellen, um auch zukünftige Anforderungen der Kund:innen zu erfüllen“, erläutert Tatschl-Unterberger. Über das Umspannwerk Treibach werden die Stadt Althofen mit ihrer starken Industrie und die gesamte Umgebung mit Strom versorgt, das Krappfeld, das Gurktal, teilweise sowohl das Metnitztal als auch das Görtschitztal. Im Moment arbeiten rund 40 Fachkräfte der Kärnten Netz und von anderen Firmen auf dieser Baustelle. 

 

Erneuerung des 110-kV-Netzes in Mittelkärnten
Parallel zu den Bauarbeiten für das neue Umspannwerk Treibach hat die Kärnten Netz mit den Planungen für die Erneuerung der bestehenden rund 40 km langen 110-kV-Leitung von St. Veit an der Glan über Treibach nach Wietersdorf und Brückl gestartet. Dieses Netz wurde zwischen 1950 und 1970 errichtet und muss nun erneuert und verstärkt werden. „Die bestehenden Leitungskapazitäten reichen nicht aus, um die Anforderungen der Kund:innen in den kommenden Jahrzehnten zu erfüllen. Deshalb haben wir beschlossen, die Region an eine neue, leistungsstärkere 110-kV-Leitung anzubinden“, sagt Michael Marketz, Geschäftsführer der Kärnten Netz. Derzeit prüfen die Techniker:innen der Kärnten Netz in einem Trassenkorridor den optimalen Verlauf der neuen 110-kV-Leitung. „Dieser Korridor verläuft zwischen St. Veit an der Glan und Treibach in der Nähe der bestehenden 110-kV-Leitung“, erläutert Marketz. „Zwischen Treibach und Wietersdorf und vor allem weiter Richtung Brückl suchen wir eine neue Trasse, weil die bestehende Leitung in mehreren Orten von Wohnhäusern unterbaut worden ist, wie in Kappel am Krappfeld, in Eberstein und in Brückl. Bei den Planungen der Trasse wollen wir ständig bewohnten Gebäuden ebenso ausweichen wie Schutzgebieten.“ Die neue Leitung wird als leistungsstarkes 110-kV-Doppelsystem ausgeführt. Marketz: „Sie wird das Rückgrat der sicheren Stromversorgung des Lebens- und Wirtschaftsraums Mittelkärnten sein.“ Die alte, bestehende 110-kV-Leitung wird nach der Inbetriebnahme der neuen Leitung abgebaut. „Das wird in jenen Orten, die derzeit von der Leitung überspannt werden, neue Entwicklungen ermöglichen, vor allem im Görtschitztal und in Kappel am Krappfeld“, erklärt Marketz.

Beim neuen, UVP-pflichtigen Leitungsprojekt bemüht sich die Kärnten Netz um den Dialog mit den Gemeinden sowie mit Grundeigentümer:innen, Anrainer:innen und weiteren Betroffenen. Als nächsten Schritt erwartet die Kärnten Netz den sogenannten Vorarbeitenbescheid. „Auf dieser Grundlage können wir mit Erkundungs- und Planungsarbeiten auch auf Grundstücken im Trassenkorridor beginnen. Sie sind notwendig, um die Umweltverträglichkeitserklärung vorzubereiten, die für den Start der Umweltverträglichkeitsprüfung erstellt und eingereicht werden muss“, sagt Marketz. In die Erneuerung und Verstärkung der 110-kV-Leitung in Mittelkärnten wird die Kärnten Netz rund 80 Millionen Euro investieren. 

 

Enge Zusammenarbeit der Treibacher Industrie AG mit der Kärnten Netz
„Die Energiewende hat für uns alle enorm hohe Priorität und der Ausbau der entsprechenden Infrastruktur ist dafür die Grundvoraussetzung. Die Sicherheit und die Stabilität der Energieversorgung sind von grundlegender Bedeutung für unser Unternehmen und unsere Region sowie deren wirtschaftliche Entwicklung", sagt Rainer Schmidtmayer, Vorstand der Treibacher Industrie AG. 

Die Kärnten Netz übernimmt im Umspannwerk Treibach im Auftrag der Treibacher Industrie AG die Installation und den Betrieb eines 110-kV-Trafos sowie dreier 20-kV-Zellen. „Diese Anlagen sind von zentraler Bedeutung für die Gewährleistung einer sicheren Stromversorgung unseres Unternehmens.  Die Kärnten Netz führt die Bauarbeiten im Umspannwerk in enger Abstimmung mit uns durch, um sicherzustellen, dass alle Abläufe reibungslos und effizient funktionieren“, betont Schmidtmayer. Eine gut ausgebaute Infrastruktur ist für die gesamte Region und insbesondere auch für die ansässigen Unternehmen als Wirtschaftsmotor unerlässlich.

 

Ausgezeichnete Netzversorgung sichert den Standort
„Eine moderne und gut ausgebaute Strominfrastruktur ist ein wesentlicher Bestandteil der Versorgung der Menschen, die in unserer Region leben und arbeiten“, sagt Martin Reiner, General Manager von Flex Austria. „Die Zuverlässigkeit des Netzes bestätigt das Vertrauen unserer weltweit tätigen Kund:innen in unsere Fähigkeit, auch in einem ländlichen Gebiet hochmoderne Produkte herzustellen. Dies ist ein bedeutender Faktor für künftige Investitionen internationaler Unternehmen und damit auch Basis zur Sicherung von Arbeitsplätzen. Wie viele Industrieunternehmen investieren auch wir in alternative Energien wie Photovoltaikanlagen, um einen Beitrag zur Energiewende zu leisten - auch hierfür bilden die Arbeiten und Pläne von Kärnten Netz eine wichtige Grundlage und sind sehr zu begrüßen.“

 

Treibacher Industrie AG
Treibacher wurde im Jahr 1898 gegründet, feiert 2023 das 125. Firmenjubiläum und hat den Firmensitz in Althofen, wo ca. 800 Mitarbeiter:innen beschäftigt sind. Als führender Hersteller von Feinchemikalien auf Basis seltener Erden und deren Verbindungen bietet das Unternehmen hochspezialisierte Produkte für verschiedene Branchen, darunter Biokeramik, Elektrokeramik, Präzisionsfeinguss und Hartmetallindustrie sowie Speziallegierungen für die Stahl- und Gießereiindustrie und Energiespeicherung. Darüber hinaus ist das Unternehmen ein führender Anbieter von Recycling-Dienstleistungen für verbrauchte Katalysatoren aus der Erdölindustrie, wobei mehr als 99 % wieder als Wertstoff in den Kreislauf eingebracht werden. Mit seinen Produkten trägt das Unternehmen zu einer nachhaltigen Zukunft bei und verbessert das Leben vieler Menschen, man denke nur an jene Vorprodukte, die in der Prothetik oder auch der Dental- und Pharmaindustrie Anwendung finden.

 

Flex Austria
Bei Flex Austria in Althofen werden elektronische Module und Komplettgeräte für internationale Kund:innen aus der Medizintechnik, Automobilindustrie und Industrietechnik hergestellt. Flex Austria verbindet weltweites Know-how und hochmoderne Produktionsprozesse mit einer langen Tradition zuverlässiger Fertigung, bei der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Mittelpunkt stehen. Als Industrie 4.0-Pionier liegt der Fokus des Unternehmens insbesondere auf ständiger Weiterentwicklung durch Digitalisierung und Automatisierung.